Glück - Teil 4 – Wachstum

von Jana Fischer (Kommentare: 0)

Als ein Glücksbestandteil und damit Wohlfühlfaktor in einem erfüllten Leben wird inneres Wachstum genannt.Was ist das? Woran kann ich inneres Wachstum festmachen? Wie spüre ich, dass ich innerlich wachse und wohin? In alle Richtungen? Was fördert und was hemmt mein inneres Wachstum? Es muss also einen inneren Ausgangspunkt geben, den ich als gegeben hinnehme und vom dem aus ich wachse. Es geht um einen inneren Veränderungsprozess in eine positive Richtung.

Was braucht es dazu? Nun es braucht einen neutralen Blick auf die innere Festplatte. Was gibt es da für Potentiale und wie kann ich meine Potentiale entfalten. Welche inneren Ressourcen stehen mir zur Verfügung und wie kann ich diesen mehr Raum geben?

Es sind unsere Gedanken, Gefühle, Überzeugungen und Glaubenssätze, die uns innerlich begrenzen, die uns daran hindern, Neues zu wagen, Grenzen zu sprengen. Sie engen unsere innere Freiheit ein und sind Blockaden und Energieräuber. Begrenzende Glaubenssätze sind wahre Glücksverhinderungsprogramme.

Ich möchte unter psychologischen-therapeutischem Aspekt anhand des 5-Säulen-Modells der Identität von Hilarion Petzold und unter yogischem Aspekt inneres Wachstum näher betrachten.

Die 5 Säulen der Identität

  1. Leib / Leiblichkeit - Es geht um meinen Körper als Gefäß oder Hülle für meine Seele und mein inneres Erleben. Es geht um meine Gesundheit, um Stress- und Krankheitssignale, um mein Verhältnis zu meinen Körper, mein Aussehen, meine Ausstrahlung, um meine Beweglichkeit, mein Wohlbefinden, meine Fitness, meine Sexualität, meine Belastungsfähigkeit, meine Psyche, meine Gefühle, meine Lüste, meine Sehnsüchte, Glaubenssysteme, und Träume

  2. soziales Netzwerk / soziale Bezüge - Es geht um meine Partnerschaft, Familie, Freundschaften und mein soziales Netzwerk. Persönlichkeit und Identität werden nachhaltig von Interaktionen in sozialen Beziehungen geprägt. Das soziale Netzwerk als Zusammensetzung einer individuellen, ausgewählten Ressource sagt viel über den Menschen aus.Es besteht aber nicht nur aus positiven Verbindungen sondern auch aus Zweckverbindungen, zufälligen Verbindungen und vielleicht sogar aus gelebten Feindschaften.

  3. Arbeit und Leistung - Es geht um Kontrolle über die eigenen Lebensbedingungen und Umstände, um Selbstbestimmung und Autonomie. Bin ich das geworden, was ich werden wollte. Kann ich mich beruflich einbringen, mich mit meiner Tätigkeit identifizieren und gestalten? Habe ich Perspektiven? Stimmt das Verhältnis Arbeit-Freizeit?

  4. materielle Sicherheit - Bin ich finanziell und materiell abgesichert? Kann ich mir meine materiellen und kulturellen Bedürfnisse aber auch Weiterbildungswünsche erfüllen?

  5. Werte - Kann ich mich mit den gesellschaftlichen Normen und Werten identifizieren, mich darin wohlfühlen. Von welchen inneren Überzeugungen (Glaube, Spiritualität, Sinn des Lebens, Moral, Erziehung) bin ich getragen.

Diese 5 Säulen der Identität machen uns Menschen aus. Wir sind von unserer Erziehung und Erfahrung geprägt. Jeder kann unter diesen 5 Punkten für sich selbst noch Entwicklungsbedarf, Ressourcen und Chancen ausfindig machen. Jeder hat Wünsche und Bedürfnisse. Wenn man diesen Wünschen und Bedürfnissen nachgeht und die Hindernisse aus dem Weg räumt, die bisher die Befriedigung dieser Bedürfnisse nicht gelingen ließen, spricht man von innerem Wachstum.

Aus yogischer Sicht möchte ich nun erklären, was unser inneres Wachstum oft verhindert. Es sind die sogenannten Kleshas, den Geist trübende Eigenschaften und Leidenschaften, die oft die Wahrnehmung und Handlungsweise von uns Menschen steuern und uns manchmal auch in leidvolle Situationen bringen. Auch hier gibt es zufällig 5 Punkte/Kleshas an denen wir uns persönlich einengen und damit das Gegenteil von innerem Wachstum erreichen.

  1. Avidya – Nichtwissen Nichtwissen im Sinne von falschem Wissen. Es ist nicht mangelndes Wissen oder Intelligenzminderung gemeint, sondern eher Täuschungen und Trugschlüsse. Wir nehmen die Welt durch unsere erlernten Muster und Glaubenssätze wahr. Jeder Mensch hat quasi seine eigene Realität. Dadurch unterliegen wir Täuschungen und falschen Erwartungen, was automatisch Leidensdruck erzeugt.  

  2. Asmita – übermächtiges Ego Ein übermächtiges Ego kann in zwei Extreme ausschlagen. Einerseits sind gemeint Selbstüberschätzung, Selbstbezogenheit, Hochmut, übertriebener Stolz und andererseits Minderwertigkeitskomplexe und Selbstmitleid. Asmita zeigt sich immer dann, wenn man grundsätzlich besser sein möchte als andere oder wenn jemand immer Recht haben möchte. Aber auch Gefühle wie: „immer geht es nur mir schlecht“ oder „immer werde ich ausgenutzt“ haben ihren Ursprung in Asmita. Es meint, die vollständige Identifikation mit einem Gefühl, beispielsweise ein Versager zu sein.
  3. Raga – Wunsch, Verlangen, Begierde Es handelt sich dabei um Eigenschaften, die häufig der Grund für bestimmte Verhaltensweisen sind. Vielleicht glaubt man gerade dringend etwas haben zu müssen, was man eigentlich nicht braucht oder was einem nicht gut tut (übermäßiges Essen, Konsum als Ersatzbefriedigung, Sucht) Raga verlangt immer nach mehr, dem Kick und bedeutet die Verhaftung in der materiellen Welt.

  4. Dvesha – unbegründete Ablehnung (das Gegenteil von Raga) Es geht um Angst vor Veränderungen und dem Unbekannten. Wurde einmal eine negative Erfahrung gemacht, wird alles kategorisch abgelehnt, was damit in Verbindung steht. Dveshaspezialisten sind die sogenannten Betonköpfe.
  5. Abhinivesha – die Wurzel der Angst Gemeint sind alle Formen der Angst und Furcht: Unsicherheit, Zweifel, Panik, Existenzängste, Zukunftsangst, Angst vor Krankheiten, Angst vor dem Tod. Dieses Klesha ist sehr mächtig, denn im Yoga geht man davon aus, dass die Realität dem Geist folgt.

Haben Sie Fragen oder sind Sie neugierig geworden? Möchten Sie mehr wissen über inneres Wachstum? Dann lade ich Sie herzlich zu einem themenspezifischen Coaching „inneres Wachstum-Selbstverwirklichung“ ein. In Anlehnung an dieses Thema ist im Herbst ein Workshop mit dem Thema „Selbstwirksamkeit“ geplant. Näheres zu gegebener Zeit in einem Newsletter.

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