Glück - Teil 6 - Sinnhaftigkeit

von Jana Fischer (Kommentare: 0)

Glück- Teil 6 - Sinnhaftigkeit

Dass Sinnhaftigkeit ein Glücksbestandteil ist, steht sicher außer Frage. Dinge, die man mit Sinn und Verstand tut, haben natürlich mehr Glückspotential, als Dinge, die einfach getan werden müssen.

Aber was macht Sinn, was zeichnet für den Einzelnen Sinnhaftigkeit aus? Es macht natürlich einen Unterschied, ob man gerade auf der Erfolgswelle schwimmt und das Glück schwimmt wie selbstverständlich nebenher oder ob man gebeutelt von tragischen Lebensereignissen in einer Depression steckt.

Ich möchte hier aber von Sinnhaftigkeit bei gesundheitlichen Wohlbefinden schreiben, sozusagen bei Gesundheitsentstehung also Salutogenese. Grundlage meiner Betrachtungen ist das Salutogenesekonzept von Aaron Antonovsky.

So, wie ich hier über 6 in Wechselwirkung stehende Faktoren über die Glücksentstehung/Glücksempfindung schreibe, gibt es natürlich auch wechselwirkende Faktoren bei der Gesundheitsentstehung. Und wenn man über Sinnhaftigkeit schreibt, ist es wichtig, sich dieses sogenannte Kokährenzgefühl einmal näher zu betrachten.

Ausgangspunkt dafür ist eine zuversichtliche menschliche Grundhaltung, die nötig ist, schwierige Lebenssituationen zu überstehen. Eine positive Grundhaltung erworben durch entsprechende Erfahrung und Prägung begünstigt, dass der Mensch besser auf seine Ressourcen zurückgreifen kann.

Mit 3 Faktoren beschreibt Antonovsky die Entstehung dieser zuversichtlichen Grundhaltung:

. dem Gefühl von Verstehbarkeit
 
Das Gefühl von Verstehbarkeit beschreibt (als kognitives Verarbeitungsmuster) die Fähigkeit von Menschen bekannte und auch unbekannte Stimuli als geordnete, konsistente, strukturierte Informationen verarbeiten zu können.

. dem Gefühl der Handhabbarkeit

Das Gefühl von Handhabbarkeit bzw. Bewältigbarkeit beschreibt (als kognitiv-emotionales Verarbeitungsmuster) die Überzeugung eines Menschen, dass er geeignete Ressourcen zur Verfügung hat, um den Anforderungen zu begegnen - wozu auch der Glaube an die Hilfe anderer Menschen oder einer höheren Macht zählt.

. dem Gefühl der Sinnhaftigkeit – da ist es wieder!!!

Das Gefühl von Sinnhaftigkeit bzw. Bedeutsamkeit beschreibt das Ausmaß, in dem man das Leben als emotional sinnvoll empfindet: Dass die vom Leben gestellten Probleme und Anforderungen es wert sind, Energie in sie zu investieren, dass man sich für sie einsetzt und sich ihnen verpflichtet, dass sie eine willkommene Herausforderungen sind und keine Lasten, die man gerne los wäre.
Antonovsky sieht diese motivationale Komponente als den wichtigsten Aspekt des Kohärenzgefühls an, denn ohne das Erleben von Sinnhaftigkeit neigt der Mensch dazu, das Leben vor allem als Last zu empfinden und jede weitere sich stellende Aufgabe als Qual.

Aha Sinnhaftigkeit als Glücks-, Motivations- und Gesundheitskomponente. Sehr interessant. Aber auch die berufliche und soziale Komponente sollten in dem Gesamtkonzept des Glücklichsein und Wohlbefindens nicht außer acht gelassen werden. Macht es persönlich Sinn, Zeit und Energie in eine Beschäftigung  zu investieren, von der ich meinen Lebensunterhalt bestreiten muss. Kann ich mich in dieser Beschäftigung mit Freude nach meinen Möglichkeiten einbringen, dann werde ich dabei glücklich sein und daran wachsen. Das gleiche trifft für soziale Beziehungen und Freundschaften zu.

Stellen Sie sich die Sinnfrage überdurchschnittlich oft, stehen Sie Ihrem Glück selbst im Weg. Das kann verschiedene Ursachen von problematischen Verhalten, Ängsten, Erfahrungen bis zu verinnerlichten Glaubenssätzen haben.

Bekommen Sie die Sinnfrage für sich oft nicht beantwortet, helfe ich Ihnen gern dabei.

 

Zurück