Hausaufgaben einer Yogalehrerin oder Garudasana der Adler

von Jana Fischer (Kommentare: 0)

Nachdem wir sanft vorallem über Dehnübungen ins Yogajahr gestartet sind, wollte ich meinen Yogaschülern in dieser Woche die Möglichkeit geben, sich über ihren Körper wahrzunehmen.

Nach unserem Anfangsritual und der Anfangsentspannung wollten wir uns über Standübungen wieder hinunter auf den Boden arbeiten und dabei unseren Körper fordern aber nicht überfordern, nach dem Yogaprinzip „gehe an Deine Grenzen aber nicht darüber hinaus“  Soweit der Plan.

Nach Lockerungs – und Gleichgewichtsübungen sollte die Übung der Adler = Garudasana folgen.

Ich leitete die Übung wie gewohnt an.

Beuge leicht die Knie, entscheide Dich für ein Standbein, verwurzele Dich mit den Boden, hebe ein Bein vom Boden ab und führe es vor das Standbein und um den Unterschenkel des Standbeines herum ....

Die Arme sind zuerst seitlich ausgestreckt und parallel zum Boden, nimm nun einen Arm nach vorn, winkele den Ellenbogen 90 Grad an, die Handfläche zeigt zu Deinem Gesicht.

Nun wickelst Du den anderen Arm außen um den angebeuten Arm herum, der Ellenbogenknochen des angewinkelten Armes ist in der Ellenbogenbeuge des umschlingenden Armes und nun versuchst Du mit den Fingern dieses umschlingenden Arms die Daumenwurzel des angewinkelten Armes zu fassen.....

Diese Asana zählt zu den leichteren Gleichgewichtsübungen. Neben der Balance fördert der Adler (Garudasana) die Beweglichkeit von Hüftgelenk, Beinen, Schultern und des oberen Rückens. Außerdem kräftigt die Übung Hand-, Bein- und Fußgelenke. Durch die bewusste Muskelaktivität werden Verspannungen im Nacken, in den Schultern und im Nacken gelöst. Besonders die Schulterblätter werden gedehnt.

Der Adler (Garudasana) stärkt neben dem Gleichgewichtssinn auch Konzentration und Willenskraft. Regelmäßig ausgeführt, verhilft die Asana zu einem stärkeren Bewusstsein für die eigenen Bedürfnisse und zu mehr Gelassenheit.

Soweit so gut.

Dann kam die Frage: „Jana ist es eigentlich egal, welcher Arm angewinkelt ist und welcher Arm wickelt?

Ups. Ich war für den Moment überfragt, schließe baute ich die Übung von unten nach oben auf, konzentrierte mich auf das Gleichgewicht und überlies meinen Körper die Entscheidung, welchen Arm er zuerst anwinkelt. Wichtig war mir nur das Yogaprinzip des Ausgleiches; was man zu einer Seite übt, muss man in gleicher Anzahl und Intensität auch zur anderen Seite üben.

Ich versprach mich schlau zu machen und wälzte schwere Yogabücher und durchsuchte das Internet mit dem Ergebnis. 50:50.

Aha und nun?

Ich kam zu dem Ergebnis, dass es unter yogatherapeutischen Aspekten nicht egal ist welcher Arm zu welchem Standbein zuerst angewinkelt wird, es aber für die normalen Yogakurse durchaus ausreichend ist, nur dem Prinzip des Ausgleichs zu folgen.

Zur Begründung:

Unser Körper besteht aus dem physischen Körper und dem Energiekörper. In der Yogalehre fließt unsere Lebensenergie Prana in vielen Energiekanalen den Nadis und neben den Chakren (Energiezentren) verfügt unser Körper über Marmas (Energiepunkte – ähnlich den Akkupunkturpunkten im Meridiiansystem in der TCM). Die Nadis und Marmas spielen in der indischen Medizinlehre Ayurveda eine große Rolle.

Die Marmas gelten als Vitalpunkte, die auf verschiedene Art und Weise stimmuliert werden, beispielsweise durch Massage, Licht oder Akkupressur.

Ziel ist es Energieblockaden zu lösen, den Körper zu entgiften, Organfunktionen anzuregen, Selbstheilungskräfte anzuregen, Entspannung zu erzeugen, Geist und Körper zu harmonisieren, das Verdauungssystem zu aktivieren, Verspannungen abzubauen, Kopfschmerzen zu mildern,.....

108 solche Marmas soll es in unserem Körper geben, besonders viele in unseren Armen und Beinen. Ihre Wirkung verbreiten die Marmas über die Nadis in unserem ganzen Körper. Jedem Marma werden unterschiedliche Fähigkeiten zugeschrieben, genauso wie verschiedenen Marmakombinationen. Auch wenn die Wirkung sehr subtil zu sein scheint, vernachlässigen unter therapeutischem Aspekt sollte man sie nicht.

Hausaufgabe für heute erledigt.

 

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