Körper und Seele - alten Mustern auf der Spur

von Jana Fischer (Kommentare: 0)

Haben Sie sich schon einmal beobachtet, wie Sie unter Stress oder in Krisen reagieren? Versuchen Sie sich doch gerade jetzt einmal, eine solche Situation zu vergegenwärtigen und konzentrieren Sie sich dabei auf die Lösung der Situation.

Meist greifen wir unter Stress auf elementare Schutzmuster aus unserem Stammhirn zurück. Diese Reaktionsmuster dienten ursprünglich der Lebenserhaltung und sind fest in unserem Zentralnervensystem verankert. Als Kind haben wir diese Muster bedient, wenn wir uns klein und unterlegen fühlten.

Wir reagieren

mit Flucht, der Hase in uns

mit Kampf, der Tiger in uns

mit Erstarrung, die Schildkröte in uns

mit Unterwerfung, das Tier, das die Kehle hinhält

Diese Muster tauchen reflexartig auf. Dabei sind wir nicht in unserer reifen Kompetenz, sondern wir reagieren eher wie ein bedrohtes Tier.

Aber lösen wir so unsere Probleme oder tauchen diese durch unsere Lösungsroutine so oder ähnlich wieder auf? Einerseits geben uns unsere Routinen die nötige Sicherheit, andererseits streben wir aber auch nach Weiterentwicklung. Verlassen wir unseren vertrauten Weg, tauchen alte Überlebensängste kombiniert mit Flashbacks aus vielen frühen Erfahrungen wieder auf.

Was brauchen wir aber nun um unter Stress oder in Krisen nicht mit oft destruktiven Mustern zu reagieren? Wir benötigen in erster Linie Sicherheit. Sicherheit im Kontakt zu uns selbst und zu nahestehenden Menschen oder unseren Therapeuten. Wir benötigen Beistand und Begleitung (niemand ist dazu verpflichtet oder in der Lage alle Krisen dieser Welt allein zu lösen) und wir benötigen die Verbindung zu unseren Ressourcen. So bleiben wir mit unserer Kompetenz verbunden und unser Weg ebnet für Weiterentwicklung und Neuorganisation.

Was können wir tun, wenn wir Defizite bei diesen Punkten bei uns feststellen?

Den Kontakt zu uns selbst können wir über den Atem oder auch verschiedene Yoga und Achtsamkeitsübungen aber auch therapeutisch schulen. Achtsamkeit aber natürlich auch eine Vielzahl von therapeutischen Maßnahmen oder Coachinginterventionen helfen auch beim Aufbau und Pflege eines sozialen Netzwerkes, um Kontakt und Begleitung zu bekommen und zu erhalten. Die Verbindung mit den eigenen Ressourcen ist das Ziel der Lösungsorientierten Kurzzeittherapie, um aus der Problemtrance in die Lösung zu kommen. Der Kontakt zu der eigenen Kompetenz kann aber auch gut durch Hypnose oder körperpsychotherapeutische Maßnahmen hergestellt werden.

Abschließend noch eine Bewegungsmeditation zum Ankommen bei sich selbst. Die Lotusblüte.

Kommen Sie in einen bequemen Sitz Ihrer Wahl und spüren Sie den Kontakt zum Boden bzw. zu Ihrer Sitzfläche. Richten Sie sich noch einmal auf in der Wirbelsäule und bleiben Sie auch während des Übens locker im Schulter und Nackenbereich. Nehmen Sie die Hände vor die Brust, die Händeflächen berühren sich und Sie atmen noch einmal aus. Einatmend gehen die Handflächen nach oben, Ausatmend öffnen Sie die Hände bis die Oberarme parallel zum Boden sind. Einatmend strecken Sie die Arme nach hinten aus und weiten dabei den gesamten Brustraum, ausatmend schließen Sie die Hände wieder vor der Brust zur Ausgangsposition und üben nahtlos mindestens 30 Mal weiter. Dabei bestimmt Ihr Atem das Tempo Ihrer Bewegung. Sie dürfen auch gern die Augen während des Übens schließen. Lassen Sie beim Üben auch Ihre Gedanken los, einfach weiterziehen lassen und legen Sie nach dem Üben die Hände auf den Oberschenkel ab, lassen Sie dabei die Augen noch geschlossen und spüren Sie der Übung in Ihrem Körper nach.

Kommen Sie auch weiterhin gut durch den trüben Monat November.

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