Körper und Seele - unter Stress im Advent Teil 1

von Jana Fischer (Kommentare: 0)

Der Advent ist eine ganz besondere Zeit. Wir bereiten uns Woche für Woche mehr auf das hochheilige Weihnachtsfest vor und verfallen in ein geschäftiges Treiben. Im Job noch einmal alles geben und vor dem Jahresende abzuschließen, was übers Jahr nicht geschafft wurde. Zu Hause unseren Liebsten ein großartiges und einzigartiges Fest  für alle Sinne (visuell-Lichterglanz, Weihnachtsbaum, hübsch drapierte Geschenke; olfaktorisch und gustatorisch Braten, Stollen und Plätzchen; kinästhetisch ein friedliches, entspanntes Fest; auditiv Glockenklang und Weihnachtsovatorium) bieten. Dazu kommen noch all die gut gemeinten Einladungen zu Jahresendfeiern, Wichtelgeschenke, Weihnachtskarten..... puh!

Herzlichen Glückwunsch an alle, die in dieser besonderen Zeit motiviert und engagiert zu ihrer Höchstform auflaufen und Gute Besserung an all diejenigen, die unter dieser Last zusammenbrechen.

Lassen Sie uns diese gegensätzlichen Bewältigungsmuster in der Adventszeit etwas näher anschauen.

Was ist Stress und warum reagieren wir so unterschiedlich darauf? Wie stelle ich fest, ob ich gestresst bin? Was kann ich gegen Stress tun? Wie bleibe ich handlungsfähig? Diese Fragen möchte ich mit Ihnen im Advent erörtern.

Stress dient oft als schnelle Erklärung für unterschiedliche Störungen der physischen und psychischen Gesundheit. Dieses oberflächliche Argument ist natürlich nicht falsch. Trotzdem müssen wir näher hinsehen und die Ursachen in unseren individuellen Lebensstilen herausfiltern.

Als Stress bezeichnet man Muster spezifischer und unspezifischer psychischer und physischer Reaktionen des Körpers auf interne oder externe Reize, die das Gleichgewicht stören und die Fähigkeit zur Bewältigung strapazieren bzw. überschreiten und eine Anpassungsleistung verlangen.

Wir geraten also durch andere oder erhöhte Anforderungen aus unserem Gleichgewicht und können dieses mit unseren gewohnten Strategien nicht mehr kompensieren. Unser Organismus strebt dieses Gleichgewicht immer an, ist aber ein offenes System und somit störanfällig für Änderungen der Außenwelt.

Starke, plötzliche oder neuartige Störungen in der Umwelt (Stressoren) verursachen eine unspezifische Notfallreaktion > Stressreaktion zur flexiblen Bewältigung.

Die Stressreaktion führt bei mittel- bis langfristiger Beanspruchung zu einem gesundheitlichem Risiko auf verschiedenen Ebenen.

auf körperlicher Ebene: durch die sogenannte Stresskaskade werden wichtige Regulationssysteme des Körpers, wie Atem, Blutdruck, Herzschlag, Muskeltonus aktiviert und auf Kampf oder Flucht eingestellt.

auf neurologischer Ebene: hier werden vegetative und hormonelle Reaktionen als Stressantwort ausgelöst

auf geistiger Ebene: wir mobilisieren unsere erlernten Bewältigungsmuster, reicht das nicht aus reagieren wir reizbar oder mit Verweigerungshaltung

auf seelischer Ebene:  Wir fühlen uns überfordert und ohnmächtig und reagieren oft man mit frühkindlichen Verhaltensmustern. Wir erstarren und spalten uns von dem Geschehen ab und reagieren nur noch automatisch.

Wie spüre ich das Stressgeschehen nun im Alltag?

Bei negativem Stress ist man von der Menge, der vor einem liegenden Aufgaben völlig überwältigt und die Energie schwindet statt zu wachsen.

Warnzeichen für Stress sind:

-          nicht ausreichender Schlaf, mangelnde Schlafqualität

-          sich ängstlich fühlen

-          ständige Müdigkeit, Konzentrationsschwäche

-          extreme Stimmungsschwankungen, Niedergeschlagenheit

-          Erinnerungsprobleme

-          Essen und Alkohol werden zur Entspannung konsumiert

-          Unangenehme körperliche Symptome, Kopf und Magenschmerzen

-          Herpesbläschen

Mehrere dieser Symptome können auf ein Stressgeschehen hinweisen.

Tipp: sich in der akuten Stresssituation gedanklich und körperlich distanzieren!

Stehen sie auf! Die Füße hüftbreit auseinander! Rücken und Schultern sind aufgerichtet. Nehmen Sie so mehrere tiefe Atemzüge und treten sie auch innerlich aus der Situation. Beobachten Sie sich für einen Moment aus einer Metaposition in ihrer Stresssituation.

And last but not least: ein Buch-Tipp, vielleicht auch ein schönes Weihnachtsgeschenk.

Ein schön gestaltetes Buch von John Kabat Zinn: Die MBSR-Yogaübungen: Stressbewältigung durch Achtsamkeit

Ich wünsche Ihnen eine stressfreie Zeit und bis zum 2. Advent

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