Körper und Seele - Wenn Worte nicht reichen, spricht der Körper.

von Jana Fischer (Kommentare: 0)

Der Körper drückt aus, was sein Besitzer nicht sagen, fühlen oder verstehen kann. Manchmal braucht es ein aufmerksames Umfeld, das dolmetschen kann bis der Körperbesitzer selbst wieder den Kontakt zu sich aufnimmt.

Der Körper ist schlau. Vermisst er seine zugehörige Seele, meldet er sich auf vielfältigste Weise. Schlimmstenfalls reagiert er mit Schmerzen oder ändert funktionierende Abläufe. Dann halte ich es für besonders wichtig, nicht nur die Symptome zu bekämpfen, wegzudrücken, mit Medikamenten auszuschalten, sondern der Ursache auf die Spur zu kommen. Hinzuspüren!

Wie kann ich aber wieder mit meinen Körper in Kontakt treten (man beachte allein die Formulierung und lasse sie wirken: in Kontakt treten)?

Ich glaube, diese Frage wird mich die nächsten Blogbeiträge beschäftigen. Denn noch wirken meine Erfahrungen aus der in der letzten Woche abgeschlossen Körperpsychotherapie-Ausbildung in mir nach. Es ist so spannend, den eigenen (destruktiven)Mustern und Widerständen auf die Spur zu kommen und das auch körperlich erfahren zu dürfen. Nachreifen zu lassen, was irgendwann einmal zu kurzgekommen ist und zu heilen, was irgendwann einmal verletzt wurde. Einfach wunderbar.

Um sich selbst näher zu kommen, braucht es in erster Linie Vertrauen. Vertrauen in sich selbst, sein Umfeld, seinen Therapeuten. Vertrauen ist die Basis. Ist sie nicht gegeben stören Ängste, negative Gedanken oder Zwänge den Kontakt und halten (Körper-)Spannung aufrecht. Anspannung ist ungünstig. Sie ist körperlicher Stress. Muss der Körper die Spannung aufrecht erhalten, fehlt ihm die Energie an anderen Stellen und er reagiert mit gelernten Mustern auf Autopilot. Sie sehen schon, hier schließt sich der Kreis und die Folgen liegen auf der Hand, wenn zu den inneren Stress auch noch äußerer käme.

Yoga ist eine Methode mit sich wieder in Kontakt zu treten. In den folgenden Blog-Beiträgen werde ich gezielt Übungen beschreiben, die helfen können, den Kontakt aufzunehmen.

Heute empfehle ich die Atmung. Die Atmung als direkte Verbindung von außen nach innen. Deshalb einfach mal den Atem spüren. Wo kann ich ihn fühlen. Legen Sie die Hände auf den Bauch, so dass sich die Mittelfinger in der Nabelgegend berühren. Atem Sie tief in den Bauch hinein und die tief aus dem Bauch wieder heraus. Achten Sie auf die Atembewegung Ihres Bauches, wie sich beim Einatmen die Bauchdecke nach oben wölbt und Ihre Mittelfinger sich voneinander entfernen und beim Ausatmen die Bauchdecke wieder nach innen sinkt und sich Ihre Mittelfinger wieder annähern. Bleiben Sie für ein paar Minuten in dieser spürenden Körperachtsamkeit! Dann legen Sie Ihre Hände auf die seitlichen Rippenbögen und beobachten auch hier ein paar Minuten Ihre Atmung, wie sich einatmend der Brustkorb hebt und sich die Zwischenrippenmuskulatur dehnt und wie es sich ausatmend anfühlt. Zuletzt legen Sie Ihre Fingerkuppen auf die spürbaren Knochen Ihrer Schlüsselbeinknochen und beobachten für einige Zeit Ihre Atmung.

Das Foto entstand bei meiner Fortbildung im Park in der Nähe des Ausbildungszentrums. Kastanien sind für mich ein Symbol der Reife und Fülle nach einem langen Sommer und bei ihrem Anblickt docke ich direkt an meine Kraftquellen an. Deshalb hole ich mir im Herbst gerne ein paar Kastanien ins Haus.

Ich wünsche Ihnen noch viele sonnige Tage in einem farbenfrohen Herbst mit vielen „Dockstations“ an Ihre Kraftquellen.

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