Körper und Seele - im Umgang mit Hindernissen

von Jana Fischer (Kommentare: 0)

Heute möchte ich einmal darüber schreiben, was man konkret tun kann, wenn die Dinge nicht so laufen, wie sie vermeintlich laufen könnten, sollten oder wie man es sich wünscht.

Plötzlich sind irgendwelche Hindernisse im Weg. Menschen reagieren nicht so, wie erwünscht. Pläne geraten durcheinander usw.

Schauen wir uns doch zunächst die Hindernisse genauer an. Alles, was wir über das Hindernis ahnen, glauben, wissen?, sehen... sehen wir natürlich durch die Brille unserer eigenen Erfahrungen und Erwartungen. Es schmerzt (aber natürlich nur uns selbst), wenn Dinge nicht so laufen. Menschen mit anderen Erfahrungen, haben mit unseren Hindernis überhaupt kein Problem. Was interessiert es z.B. Petra in Berlin, wenn hier in Waldshut mein Zug ausfällt und dadurch mein ganzer Tag durcheinandergewürfelt wird? Petra kennt mich nicht und möchte die Deutsche Bahn hier am Hochrhein auch aktuell nicht nutzen. 

Wie reagiere ich nun am besten auf die ärgerliche Situation? Nun ich erkenne  erst einmal an, was ist, nämlich ich bin in eine ärgerliche Situation geraten. Ich muss mir das auch nicht schön reden. In dem ich aber annehme, was ist, kann ich auch wieder handeln und rüttle nicht an vermeintlichen Zugtüren von einem Zug, der niemals kommen wird.

Ich kann mich auch noch einmal wertschätzen, indem ich noch einmal überprüfe, ob ich ... im Yoga sprechen wir z.B. von ‚meinem Bereich, Dinge, die ich selbst in der Hand habe’ also ob ich in meinem Bereich alles getan habe, um die lästige Situation zu vermeiden.Z.B. kann ich mich fragen, habe ich den Fahrplan richtig studiert, war ich pünktlich am Bahnsteig, hatte ich mein Ticket parat? Der ausgefallene Zug gehört aber nicht in meinen Bereich, sondern definitiv in den Bereich der Bahn und das sollte ich mir klarmachen und mich dadurch mental entlasten und wertschätzen. Ich erlaube mir auch wütend zu sein.

Dann sollte ich aber überlegen, was ich mir in der Situation gutes tun kann. Wo finde ich wieder ein Gefühl von Handlungsfähigkeit und Sicherheit? Wen kann ich um Hilfe bitten? Wie kann ich meinen inneren Widerstand für das, was bereits eingetreten ist („ich möchte das aber anders haben“), aufgeben, um am Ende des Tages doch noch festzustellen, es war zwar ein nicht so geplanter, dennoch aber guter Tag? Denn eines ist doch klar, ich kann jedes Gefühl überleben!

Anderes Beispiel, Beziehungen mit Hindernissen

Manchmal schauen wir durch die Brille unserer Erfahrungen und erwarten, dass jemand etwas für uns tun müsste. Beispielsweise glauben wir, der Partner müsste den Müll rausbringen, der Kollege müsste meine Kopien mitbringen usw.

Wir führen ein virtuelles Beziehungskonto und rechnen darin auf, wer für wen wieviel schon getan hat. Es entsteht ein Mangelgefühl von „ich komme zu kurz“.

Damit übergeben wir die Verantwortung, wie wir uns fühlen, anderen Menschen. Es ist aber unsere Verantwortung wie wir uns fühlen.

Wir sollten es also nicht zulassen, dass unser Wohlbefinden davon abhängt, wie oft der Partner den Müll rausbringt. Stattdessen sollten wir uns auch hier mit unseren Herzen verbinden und ins Handeln kommen und statt dem Partner Vorwürfe zu machen und eine Negativspirale in Gang setzen. Wir sollten dafür sorgen, diesen Mangel selbst auszugleichen, z.B. mit Selbstliebe, Wertschätzung, Selbstachtung. Meine Selbstachtung darf nicht davon abhängig sein, ob mir mein Kollege meine Kopien mitgebracht hat.

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