Körper und Seele - sind authentisch

von Jana Fischer (Kommentare: 0)

Jeder Mensch verfolgt das berechtigte Ziel, so zu leben und zu wirken, wie er meint, dass es seinem inneren Wesenskern entspricht. Er möchte er Selbst sein. Er möchte authentisch sein.

Seinen Wesenskern/sein Selbst hat sich der Mensch erarbeitet. Er ist Bestandteil aus dem genetischen Material, seiner Prägung, seiner Erziehung, seiner erworbenen oder übernommenen Normen und Werte und aus der Summe seiner Erfahrungen.

Für seinen Wesenskern probiert der Mensch gern Dinge aus. Manche, positive bewertete Dinge begleiten ihn sein Leben lang und andere Dinge, die sich für ihn nicht (mehr) „echt“ anfühlen, lässt er wieder los.

Im Laufe seines Lebens und mit der Menge an Erfahrungen entwickelt der Mensch ein Gefühl für seine Authentizität. Das gibt ihm Sicherheit.

Nun ist es aber in der heutigen Zeit so, dass es scheinbar unendlich viele Möglichkeiten für Menschen gibt, die sich ausprobieren möchten. Das erfordert von jedem Einzelnen einen guten Zugang zu seiner Intuition, Flexibilität, Stressresistenz und auch Entscheidungsfähigkeit. Es ergeben sich Anforderungen von Außen, die uns in Rollenwechsel zwingen. Ich denke da an die Mutter-/Vaterrolle, Häuslebauer oder die Rolle als Führungskraft. Nicht jeder ist dankbar über die Vielfalt seiner Rollen und ist um seine „Echtheit“ bemüht. Die Multioptionalität der Superchancen bedeutet nicht nur Freiheit. Das kann mitunter echt anstrengend sein oder zu Unsicherheiten führen.

In Zeiten politischer Unsicherheiten, in denen alles in Bewegung zu sein scheint und Verlässlichkeit nichts mehr gilt, sehnen wir uns nach inneren Halt. Wir wünschen uns einen stabilen Kern als Wegweiser.

Trotzdem streben wir nach einem Optimum (Selbstoptimierung ist Trend!) in jeder Lebensphase. Dazu soll sich Authentizität lebendig anfühlen. Lebendig sein bedeutet, sich ein Leben lang zu verändern, Neues auszuprobieren auch mit der Option scheitern zu können. Auch das verlangt uns immer wieder Rollenwechsel ab. Dazu benötigen wir ein stabile Selbstidentität als Kompass. 

Echtheit oder Authentizität erfordert aber auch den Mut von Jedem ein, mit seiner Meinung allein sein zu können.

Ziel ist es letztendlich, immer mehr Übereinstimmungen zwischen den eigenen und den fremdgesteuerten Zielen und Wünschen und den tatsächlichen Entscheidungen und Verhalten zu erreichen, also mit sich im „Reinen“ zu sein.

 

 

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