Körper und Seele - suchen einen Therapeuten

von Jana Fischer (Kommentare: 0)

Die seelische Not ist groß, wenn man sich aufmacht einen Therapeuten zu suchen. Wie aber finde ich den für mich passenden Therapeuten. Ich versuche mal etwas Licht in den Therapeutendschungel zu bringen.

Die Menschen, die mit mir Kontakt aufnehmen, fühlen sich meist von meinem therapeutischen Angebot auf meiner Homepage www.janafischer.de angesprochen. Das motiviert sie mich anzurufen oder mir eine E-Mail zu senden. Persönlich erreicht man mich in der Regel nicht, da ich während meiner Arbeit keine Anrufe entgegen nehmen kann. In meiner ausgewiesenen Telefonsprechzeit bin ich meist damit beschäftigt, die Menschen zurückzurufen. Darin unterscheide ich mich nicht wesentlich von allen therapeutisch tätigen Menschen.

Wenn ich dann aber mit dem Ratsuchenden in Kontakt bin, kommt nach einer kurzen Schilderung der Beweggründe, warum sie sich in therapeutische Behandlung begeben möchten, eine gewisse Ernüchterung. Der Grund, mein therapeutisches Angebot ist nicht Bestandteil des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenkassen und auch die privaten Krankenkasse tun sich schwer, Leistungen eines Heilpraktikers, der eingeschränkt auf dem Gebiet der Psychotherapie tätig ist, zu finanzieren.

Warum ist das so? Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen nur Behandlungen nach den derzeit anerkannten "Richtlinienverfahren". Nur diese gelten als „wissenschaftlich anerkannt“ und „wirtschaftlich“. Dazu gehören im Moment:

  • Verhaltenstherapie
  • tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie
  • analytische Psychotherapie („Psychoanalyse“)
  • EMDR innerhalb eines Richtlinienverfahrens bei Erwachsenen zur Behandlung von Posttraumatischen Belastungsstörungen (seit Januar 2015)

Die aufgezählten Verfahren werden nur von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt, wenn die Behandlung von einem ärztlichen oder psychologischen Psychotherapeuten mit Approbation durchgeführt wird.   Zwar gelten auch die psychotherapeutischen Verfahren der Systemische Therapie und der Gesprächstherapie für Erwachsene in Deutschland als wissenschaftlich anerkannt – allerdings sind sie bisher noch nicht als „erstattungsfähig“ eingestuft worden und können daher nicht mit den Gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet werden. Viele Private Krankenkassen übernehmen auch die Kosten dieser Verfahren.

Es macht also für einen psychotherapeutisch tätigen Heilpraktiker gar keinen Sinn diese Verfahren in jahrelangen Ausbildungen zu erlernen und sich damit in Konkurrenz zu Ärzten oder psychologischen Psychotherapeuten zu begeben. Auch bekommen die meisten Heilpraktiker, die eingeschränkt heilkundlich auf dem Gebiet der Psychotherapie tätig sind, aufgrund Ihres erlernten oder studierten Grundberufes gar keinen Zugang zu diesen Ausbildungen. Als diplomierte Sozialpädagogin hätte ich z.B. mich „nur“ als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin ausbilden lassen können. Ich persönlich wollte aber gern mit Erwachsenen arbeiten.

Heilpraktiker, die heilkundliche Psychotherapie anbieten, dürfen auch nicht alle psychischen Krankheiten behandeln, sondern nur diejenigen, die psychisch entstanden (der veraltete Begriff heißt psychogen) und einer Psychotherapie zugänglich sind. Sie dürfen aber, dass Einverständnis des behandelnden Arztes vorausgesetzt, alle psychischen Krankheiten mitbehandeln. Heilpraktiker, die auf das Gebiet der Psychotherapie eingeschränkt sind, dürfen keine Medikamenten verschreiben.

Entsprechend kritisch sehen oft Ärzte und psychologische Psychotherapeuten die Arbeit der Heilpraktiker, die eingeschränkt auf dem Gebiet der Psychotherapie tätig sind. Oft geben sie das auch so an Ratsuchende so weiter und sorgen für Verunsicherungen.

Warum sollte man sich also in die Hände eines Heilpraktikers eingeschränkt auf dem Gebiet der Psychotherapie begeben?

-        Weil die Krankenkassen nur ein kleines Spektrum aus den therapeutischen Möglichkeiten finanzieren. Diese Therapieverfahren sind leider problemorientiert. Die meisten Ratsuchenden bevorzugen aber die Lösung ihrer Probleme. Deshalb habe ich mich für eine Ausbildung in lösungsorientierter Kurzzeittherapie nach Steve de Shazer entschieden. Sie ist, wie der Name schon vermuten lässt, weniger zeitaufwendig und ressourcenorientiert. Man geht davon aus, dass der Klient, die Lösung seiner Probleme bereits in sich trägt und versucht ihm seine Lösungen zugänglich zu machen. Ein weiteres Verfahren, was Ressourcen und unbewusste Blockaden aufdeckt und was ich gern anwende, ist die Hypnose. Darüberhinaus bin ich davon überzeugt, dass man die Zusammenwirkung Körper und Seele auf keinen Fall außer Acht lassen sollte. Deshalb arbeite ich körperpsychotherapeutisch und yogatherapeutisch. Auch kommen bei mir Entspannungsverfahren und Achtsamkeitsverfahren zum Einsatz.

-        Obwohl sich unsere Gesellschaft für psychische Probleme zunehmend öffnet und diese entsprechend anerkennt, ist es vielen Ratsuchenden enorm wichtig, nichts davon z.B. bei seiner Krankenkasse dokumentiert zu wissen. Viele Patienten befürchten dadurch immer noch private oder berufliche Nachteile. Ich kann Ihnen als Selbstzahler in meiner Praxis versichern, dass ohne Ihr Einverständnis keine Informationen an Dritte meine Räumlichkeiten verlassen.

-        Weil sie bei mir z.B. präventive Massnahmen erlernen können, um psychische Krankheiten zu vermeiden oder Ihren Stress zu bewältigen oder mit Schmerzen umzugehen.

-        Weil Sie hier eine persönliche Standortbestimmung nach ausgewählten Methoden in jedem Lebensalter durchführen lassen können, um Ihre persönliche Entfaltung entsprechend Ihren Voraussetzungen, Wünschen und Zielen optimal zu entwickeln und dadurch maximales persönliches Wohlbefinden zu erreichen. Hier sind die Grenzen zum Coaching fließend.

-        Wenn Sie bei sich immer wiederkehrende und störende Verhaltensmuster feststellen und sie diese ändern möchten.

-        Weil es der Motivation zur Genesung dienlich ist, auch selbst finanziell seinen Beitrag zur Bewältigung seiner psychischen Probleme zu leisten und nicht pauschal 25 bezahlte Kassenstunden in Anspruch zu nehmen und abzuwarten, was passiert. Im Durchschnitt enden in Deutschland Psychotherapien nach weniger als 10 Stunden. Quelle: Zeitschrift Psychologie heute Nr. 6/2017 ab Seite 65

Wann verweise ich Sie an einen Arzt oder psychologischen Psychotherapeuten oder Kollegen?

-        Wenn ich Sie, wie oben beschrieben aus rechtlichen Gründen nicht behandeln darf.

-        Wenn ich das Gefühl haben, dass ich Ihnen mit meinen Methoden nicht zielführend helfen kann.

-        Wenn ich zu der Erkenntnis gelange, dass Sie Medikament benötigen.

-        Wenn Sie mir eine Problemvielfalt präsentieren, deren Bewältigung ich zum einem für zeitaufwendig einschätze und die Sie zum anderen zusätzlich finanziell belasten würde. Dann würde ich mich mit Ihnen gemeinsam um einen passenden kassenfinanzierten Therapieplatz bemühen.

Ich wünsche allen Menschen, die sich auf der Suche nach einem Therapeuten befinden, dass Sie einen Therapeuten finden, bei dem sie (zwischen-)menschlich gut aufgehoben fühlen und der mit Methoden arbeitet, die zu tragfähigen Lösungen führen.

 

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