Körper und Seele -wechseln die Perspektive

von Jana Fischer (Kommentare: 0)

Manchmal merkt man gar nicht, wie sehr man in seinem Gedankenkarussell verstrickt ist, wie man nicht mehr selbst denkt, sondern von seinen Glaubenssätzen, Erfahrungen und Prägungen „gedacht wird“. Das Schlimme daran, an den Gedanken sind automatisch unsere Gefühle gekoppelt. Wir fühlen quasi die Horrorszenarien, die sich unser Verstand ausdenkt. Sätze wie: „Du bist nicht Deine Gedanken“ können wir gerade bei stressigen Gedanken oft nicht umsetzen.

Die Bedeutung dieses Dilemma wird uns erst bei der Anzahl der täglich gedachten Gedanken klar. Der Mensch soll täglich zwischen 60 000 und 80 000 Gedanken denken, wissen die Hirnforscher.

Was also tun? Wie können wir uns von unseren stressigen Gedanken distanzieren?

Nun zu allererst können wir uns mitteilen unseren Freunden oder auch Fachleuten gegenüber. Es ist psychisch sehr erleichternd über stressige Gedanken. Ängste und Befürchtungen zu reden.

Dann können wir, ähnlich wie die verängstigte Katze auf meinem Blogfoto, die mich mit meinen Hund ankommen sah, uns aus der Situation herausnehmen und die Perspektive wechseln. Schon sind die Gedanken und Gefühle nicht mehr ganz so bedrohlich.

Wir können aber auch unsere stressigen Gedanken mit der Methode „The Work“ von Byron Katie überprüfen. Wie geht das?  Nun zuerst brauchen wir einmal einen konkreten stressigen Gedanken/Glaubenssatz, z.B.: „Ich bin für diese Aufgabe nicht geeignet“, heruntergebrochen auf: „ Ich bin nicht gut genug.“

Dann stelle ich mir die 4 Fragen der „Work“

  1. Ist das wahr?

Ich werde still und frage meinen Verstand: Bin ich nicht gut genug?

      2. Kann ich mit absolut 100%iger Sicherheit wissen, dass das wahr ist?

Kann ich zu 100%iger Sicherheit wissen, dass ich nicht gut genug bin? Sind alle anderen Menschen besser als ich. Habe ich wirklich gar keine Ressourcen, um diese Aufgabe zu lösen? Ist es langfristig gesehen immer das Beste für mich, in jeder Beziehung gut genug zu sein?

Mir kommen Zweifel.

     3. Wie reagiere ich oder was passiert, wenn ich diesen Gedanken glaube?

Wie reagiere ich, wenn ich glaube, nicht gut genug zu sein? Ich spüre einen Mangel, der an meinem Selbstbewusstsein nagt. Ich ziehe mich zurück oder fühle mich entlarvt. Ich bestrafe mich gedanklich für diesen Mangel. Wie fühlt sich das für mich an? Welche Auswirkung hat es auf mein weiteres Leben, wenn ich glaube, nicht gut genug zu sein?

     4. Wer wäre ich ohne diesen Gedanken?

Ich stelle mir vor, wie ich die Aufgabe gelöst hätte, ohne dass der Gedanke aufgetaucht sei: „Ich bin nicht gut genug.“ Ich nehme mir Zeit wahrzunehmen, wie mein Leben ohne diesen Gedanken wäre. Wie würde sich das anfühlen?

Als letzten abschließender Schritt der „Work“ drehe ich den Gedanken um.

Eine Umkehrung kann heißen: „Ich bin gut genug.“ Oder „Ich bin zu gut.“ Wie fühlt sich das an?

Für jede gefundene Umkehrung werden nun drei Beispiele gesucht.

Zu der Methode „The Work“ wird es im kommenden Jahr einen Workshop geben.

Dazu kann ich auch das Buch von Ina Rudolf „Ich will ja loslassen, doch woran halte ich mich dann fest?“ empfehlen.

Im Yoga können wir mit Umkehrhaltungen die Perspektive wechseln, z.B. mit einem Kopfstand oder dem herabschauenden Hund. Diese Asanas wirken zunächst auf den Körper aber auch auf unseren Energiekörper. Neben Dehnungen und dem „Blut-in-den-Kopf-fliessen-Gefühl“ werden sowohl die körperlichen, energetischen und dem Wechsel der Blickrichtung auch seelische Blockaden gelöst und der Atem und die Gedanken können wieder frei fließen.

 

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