mein Körper und meine Seele - verzichten auf Alkohol

von Jana Fischer (Kommentare: 0)

 

Seit 116 Tagen verzichte ich auf Alkohol, genauer seit dem 5.5.19 (Neumond, denn Neumondenergie eignet sich besonders, um alte, überholte Gewohnheiten loszulassen).

Ich habe zu keinem Zeitpunkt das breite Spektrum der zur Verfügung stehenden Alkoholika kennen- und liebengelernt, sondern mich „früh" im Laufe meines Kontaktes zu Alkohol spezialisiert auf Weißwein, besonders Pinot Grigio und weißen Sekt. Dass ich Rotweine gar nicht vertrage und schon von ein paar Schlucken Bier Kopfschmerzen bekomme, habe ich dennoch irgendwann mitbekommen. Trotzdem kann man auch mit einer eingeschränkten Auswahl sich ungesundes Verhalten anerziehen und so kam ich ins Nachdenken. Wann trinke ich, warum trinke ich und seit wann ist es eigentlich schön, den ein oder anderen Tag mit einem Glas (oder mehreren) Weißwein abzuschließen. 

Nun bis zu meinem 35. Lebensjahr ungefähr, hat Alkohol überhaupt keine Rolle in meinem Leben gespielt. Wie auch, mit kleinen Kindern und einem Mann an der Seite, den ich noch nie einen Schluck Alkohol oder Kaffee habe trinken sehen. Ja, zu den besonderen Anlässen habe ich selbstverständlich immer mit angestoßen und der Mann selbstverständlich nicht. Irgendwann nach einer Fortbildung, die mich nach 4 Uhr das Haus verlassen und erst am späten Abend wieder auf dem Sofa ankommen lies, erinnerte ich mich an eine Flasche Weißwein im Keller und dachte, dass ich mir ein Glas davon verdient habe, weil ich diese Strapazen auf mich genommen hatte. Bis zu besagtem Neumond im Mai diesen Jahres folgten viele Strapazen und Gläser und Flaschen Pinot (Grigio sagte ich schon gar nicht mehr, Pinot wurde mein liebevoller Vertrauter und Begleiter an manchem geselligen und manchen einsamen Abend) Am Morgen nach den Abenden mit strapaziösen Tagesverlauf, fühlte ich mich grundsätzlich zermatscht, müde und gleichzeitig innerlich unruhig und flatterhaft, träge, antriebsarm, unkonzentriert, unproduktiv…. die Liste ließe sich problemlos erweitern, nur nicht mit positiven Aspekten. Der zermatschte Zustand schlich sich in mein Leben ein und wurde das, was der Pinot NIE war, mein täglicher Begleiter.

Ich vermisste meine Klarheit, meine Wachheit, meine Leichtigkeit und meine Präzision im Denken und Handeln. Mein Leben erschien mir zäh, anstrengend und nebulös. Plötzlich hatte ich zu hohen Blutdruck. Diesen Zustand wollte ich beenden. 

Das war einfacher als gedacht. Jeden einzelnen Abend entscheide ich mich gegen Alkohol und für Klarheit am nächsten Morgen. Für mich allein ist das natürlich einfacher, als in Gesellschaft. Meinem Umfeld wollte ich von Anfang an keine Geschichten erzählen und auch keine Erklärungen abgeben. Ich sag einfach, dass ich das letzte Glas am 4.5.19 hatte und seither diesen Zustand der Wachheit und Klarheit genieße und möchte, dass das so bleibt. Punkt. 

Natürlich kann ich nicht ausschließen, dass sich meine Einstellung zum Alkohol irgendwann wieder ändert. Im Moment genieße ich einfach den Verzicht und spüre, wie er mir und meinem Blutdruck (unglaublich diese positiven Werte neuerdings) täglich gut tut. 

Ich werde weiter berichten.

 

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